Kümmeltee gegen Blähungen: Wirkung und Zubereitung von Kümmel-Tee

Mai. 16th 2011 in Allgemeines

Carum carvi L., der Kümmel, ist eines der wohl ältesten Gewürze der Welt. Bereits im ersten Jahrhundert nach Christi empfahl der bekannte griechische Arzt Dioskurides den Kümmel bei Beschwerden im Verdauungstrakt. Eine Empfehlung, die heute, Jahrtausende später, immer noch gegeben wird und kleine Babybäuche ebenso beruhigt als auch die von Senioren.

Der Kümmel, als Gewürz und Heilpflanze, erweist sich als wahrer Tausendsassa in der Pflanzenwelt. Besonders beliebt als würzige Beimischung von schwerverdaulichen Speisen, ist er unter anderem aus der deutschen und orientalischen Küche kaum mehr wegzudenken. Kohlgerichte, um ein Beispiel zu nennen, werden deutlich leichter für den menschlichen Verdauungstrakt, wenn diesen Kümmel zugegeben wird. Auch viele schwere und deftige Gerichte aus allen Herren Länder beinhalten oftmals die sichelförmigen Spaltfrüchte, die aufgrund ihrer fünfseitigen Rippen als Gewürz unverkennbar sind.

Besieht man sich die Inhaltsstoffe des Kümmels wird rasch ersichtlich weshalb sich dieses Gewürz so wohltuend auf die Verdauung auswirkt. So finden sich unter anderem bis zu 20% Öl sowie ebenso viel Proteine darin. Auch Stärke und Zucker, Flavone oder auch Kumarine und Kaffee- sowie Phenolkarbonsäure sind im Kümmel enthalten und lassen diesen zu einer gesunden Mixtur der Natur werden. Besonders stabile ätherische Öle, die beispielsweise nur durch ein Zerdrücken des Kümmels mit dem Mörser freigesetzt werden, wirken sich hervorragend auf einen vollen und gestressten Magen aus. Kein Wunder also, dass der Kümmel in unterschiedlichen Variationen als Linderung von Beschwerden im Verdauungstrakt seinen sinnvollen und effektiven Einsatz findet.

Trotzallem sind natürlich der Duft und der Geschmack des Kümmels etwas gewöhnungsbedürftig, denn er erweist sich als sehr intensiv und kräftig. Ein Grund, warum der Kümmel als Heilpflanze in Teeform gerne mit etwas milderen Heilpflanzen gemischt und somit die starke Duft- und Geschmacksentfaltung etwas abgemildert wird. Eine milde, jedoch wirkungsvolle Mischung bei Völlegefühl, Blähungen, krampfartigen Beschwerden im Magen-Darm-Trakt sowie zur Anregung einer Milchbildung bei stillenden Müttern, ist die aus Kümmel, Fenchel und Anis. Eine Mischung, die sogar von Babys gerne getrunken wird und somit die noch unreife Verdauung der kleinen Erdenbürger natürlich beruhigen kann.

Die Zubereitung von Kümmeltee an sich ist sehr einfach und wird am besten mit frischen Kümmelfrüchten und heißem Wasser durchgeführt. Hierzu benötigt man rund 1-6 Gramm (je nach Lebensalter) frische Früchte des Kümmels sowie etwa 150 Gramm heißes, nicht mehr kochendes Wasser. Dieses wird über den Kümmel gegeben und die Teemischung zugedeckt. Nach etwa zehn Minuten sollte man alles durch ein feines Sieb geben und in kleinen Schlucken zu sich nehmen. Alternativ gibt es jedoch auch die Möglichkeit eine Kümmel-Öl-Mischung in heißes Wasser zu geben (2-3 Tropfen) und mehrmals täglich diese schnellere Form des lindernden und vorbeugenden Getränkes zu trinken. Für welche Variante man sich schlussendlich entscheidet, bleibt natürlich dem persönlichen Geschmack überlassen, aber gerade bei Magen-Darm-Beschwerden kann ein Kümmeltee eine sanfte Linderung bewirken und somit pharmazeutische Präparate erst einmal außen vor lassen.

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