Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfungen und Durchfall sind die Symptome eines Reizdarms. Dieser beeinträchtigt die Betroffenen so gut wie täglich, ist aber an sich weder ansteckend, noch gefährlich für den Körper. Rund fünf Millionen Bewohner innerhalb Deutschlands, darunter zwei- bis dreimal so häufig Frauen als Männer, leiden unter den oben genannten Symptomen und das zumeist über viele Jahre.
Bei einem Reizdarm liegen in der Regel keinerlei organische Erkrankungen vor und die Mediziner gehen davon aus, dass es sich um eine Funktionsstörung im Verdauungstrakt handelt, die durch verschiedene Faktoren begünstigt werden kann. In vielen Fällen tritt solch ein Reizdarm ab dem Alter von 20 Jahren auf und das sehr oft plötzlich und ohne Vorwarnung. Eine konkrete Ursache konnte bislang auch durch Wissenschaftler nicht gefunden werden, wobei sowohl psychische, familiäre, ernährungsbedingte oder auch Einflüsse aus der Umwelt als auslösende Faktoren angenommen werden.
Die Behandlung eines Reizdarms, der medizinisch Colon irritabile genannt wird, erfolgt unter der Zuhilfenahme unterschiedlicher Therapieformen. Als eine der ersten Maßnahmen wird hierbei der Behandlung eines gereizten Verdauungssystems die Ernährung im Fokus liegen. Zahlreiche Lebensmittel und Getränke können einen Reizdarm nicht nur begünstigen, sondern vor allem auch die Symptome deutlich verstärken. So zeigt sich, dass ein Verzicht oder auch bereits ein Einschränken von fetten Speisen, Hülsenfrüchten, starken Gewürzen, Milch und deren Produkte oder auch Alkohol und Kaffee eine Verbesserung des Zustandes herbeirufen kann. Gerade zu Beginn der Behandlung lohnt es sich ein Ernährungstagebuch zu führen, mit dessen Hilfe man einen sehr guten Überblick über seine Lebensmittelwahl erhält und dadurch eine gezielte Ernährungsumstellung durchführen kann. Zudem sollte man sich beim Essen Zeit nehmen und langsam kauen, lieber mehrere kleinere Portionen als große essen und viel Flüssigkeit zu sich nehmen.
Doch auch wenn die richtige Ernährungsweise bei einem Reizdarm sehr wichtig ist, reicht diese als einzige Behandlungsmethode zumeist nicht aus. Gerade bei dem Verdacht, dass sich die Beschwerden durch Stress und psychische Belastungen aufzeigen, sollte man gleichzeitig eine Psychotherapie in Angriff nehmen, die unter anderem auch verschiedene Elemente der Entspannungsmethoden beinhalten wird. Je nach Ausprägung der Beschwerden kann es sein, dass eine begleitende medikamentöse Behandlung nötig sein kann. Hier hat man sowohl zu Heilmittel aus der Naturheilkunde als auch zu konventionellen Medikamenten greifen. Gerade aus dem Bereich der natürlichen Heilmittel lässt sich mit Fenchel, Kamille, Kümmel, Anis oder Pfefferminze für eine wesentliche Erleichterung sorgen. Tee ist hierbei die einfachste Form, wobei man selbstverständlich auch Präparate mit den Wirkstoffen der Heilpflanzen einnehmen kann. Bei sehr schmerzhaften Bauchkrämpfen oder Durchfällen helfen aus der klassischen Medizin zum Beispiel so genannte Spasmolytika und Durchfallmittel bzw. Medikamente gegen Verstopfungen. Zeigen sich die Symptome überwiegend aufgrund starker psychischer Belastungen, werden zumeist auch Antidepressiva verschrieben, die zu einem inneren Ruhigwerden verhelfen sollen. Doch welche Therapieform und Vorgehensweise bei einem Reizdarm die effektivste ist, lässt sich nur in der Verbindung mit einem Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten festlegen und austesten.
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