Laufen, Gehen, Walken. Kaum eine dieser Sport- und Bewegungsarten wird ausgelassen um sich fit zu halten oder gezielt abzunehmen. Besonders das Joggen ist eine beliebte Ausdauersportart, die nicht nur überall und jederzeit ausführbar ist, sondern vor allem auch ständig im Zuge der Fettverbrennung regelrecht angepriesen wird. Die wenigsten Menschen wissen allerdings was es mit den Begriffen Puls, Kalorienverbrauch und Fettverbrennung hinsichtlich des Joggens auf sich hat. Diskussionen über eine hohe Pulsfrequenz oder doch lieber eine niedrige werden fast täglich geführt und oft genug auch die Abnehme- und Sportwilligen dadurch mehr als irritiert.
Was ist nun besser, wird sich so manch einer fragen. Soll ich nun zehn Minuten mit jagendem Puls mein Joggingpensum absolvieren oder ist es besser eine Stunde lang mit einem sehr moderaten Puls zu trainieren? Hierzu einmal zwei kleine Beispiel aus denen ersichtlich wird, dass schnell nicht gleichbedeutend mit Fettverbrennung und Kalorienverbrauch ist. Zunächst einmal wird zwischen dem relativen und absoluten Fettverbrauch unterschieden. Während zum Beispiel eine Person mit einem Puls von 120/min trainiert (ein Wert in der Fettverbrennungszone) wird bei einem 30-minütigen Lauftraining rund 21g Fett und gleichzeitig 11g Kohlenhydrate verbrannt. Insgesamt würde das ein Kalorienverbrauch von etwa 192 kcal und einer Aufteilung von 80% Fett- und 20% Kohlenhydratverbrauch bedeuten. Läuft nun eine andere Person bei ebenfalls 30 Minuten Trainingszeit mit einem erhöhten Puls von 160/min, dann zeigt sich eine Fettverbrennung von 30g und dagegen 68g Kohlenhydrate, was wiederum einem Kalorienverbrauch von ca. 270 kcal entspricht. Im Vergleich der Verbrennung liegen die Werte bei 50.50. Auf den ersten Blick könnte man nun annehmen, dass in der ersten Version mehr an Fett verbrannt wird als im zweiten Fall, allerdings kann man hier gleich einmal mit dem alten Märchen aufräumen, denn für den Körper ist der insgesamte Kalorienverbrauch wichtig und nicht ein bestimmter Wert aufgrund eines Pulses.
Generell ist es natürlich besser mit einem moderaten Tempo zu Joggen, da man erstens nicht so rasch aus der Puste kommt und somit auch wesentlich länger laufen kann als bei einem Highspeed-Tempo, das man eventuell nach nur zehn bis fünfzehn Minuten abbrechen muss. Gerade für Anfänger kann es eine gute Orientierung sein sich im Bereich der optimalen Fettverbrennungszone mit einem Puls von 120/min aufzuhalten.Ebenfalls ein Märchen findet sich in der Behauptung, dass man erst nach dreißig Minuten Fett verbrennt. Hier ist eher das Gegenteil der Fall, denn gerade in den ersten 30 min wird Fett verbrannt und anschließend vom Organismus die Kohlenhydratdepots angegriffen. Zu guter Letzt noch mal ein Beispiel, das sehr plausibel macht, wie man tatsächlich Fett verbrennen kann. Damit der Mensch ein Kilo an Fett abbauen kann, benötigt es einen Verbrauch von rund 7000 kcal. Reduziert man nun die Nahrungsaufnahme und ernährt sich mit einer gesunden Mischkost, trainiert rund dreimal die Woche à 30 bis 60min und ergänzt das Joggen noch mit einem Krafttraining, dann baut sich mit der Zeit wichtige Muskelmasse auf, die selbst im körperlichen Ruhezustand den Turbo der Fettverbrennung anwirft. Somit kann man sein gewünschtes Ziel auf eine gesunde und gezielte Art und Weise erreichen ohne seinen Puls in unermessliche Höhen zu treiben.
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