Fasten. Bei diesem Begriff verfallen viele Menschen gleich in wilde Spekulationen. Hungern bis auf die Knochen, nur unter dem Aspekt des religiösen oder auch ein Heilmittel gegen ein hohes Übergewicht sind hier nur einige der Gedankengänge, die bei dem Wort Fasten oder Heilfasten ausgelöst werden. Zwar sind so manche Annahmen nicht ganz ohne Wahrheitsgehalt, doch so einfach kann man es sich mit dem Thema Fasten nicht machen.
Zunächst eines gleich vorweg: Es ist keine Methode, um sich schlank zu hungern. Als Diät ist das Heilfasten gänzlich ungeeignet, obwohl man während der drei bis zehn Tage Fasten durchaus an Gewicht verliert. Allerdings handelt es sich überwiegend um Gewebewasser und nicht um angesammelte Fettdepots. Heilfasten sollte deshalb unter ganz anderen Aspekten angegangen und auch durchgeführt werden.
Diese Durchführung kann man sowohl im eigenen Zuhause als auch in einer Klinik machen, wobei man besonders bei einem Alleingang einiges beachten sollte. So ganz ohne Risiken ist das Fasten nämlich nicht und auch nicht unbedingt für jeden Menschen geeignet. Ist man im Grundsatz ohne größere Beschwerden und leidet weder unter einem Untergewicht noch eine schwere Erkrankung, dann spricht nichts gegen einige Tage Heilfasten. Doch Fasten ist nicht gleich Fasten, denn mittlerweile gibt es mehrere Formen dieser Körper- und Seelenreinigung: Saft-, Wasserfasten, Heilfasten mit Milch und Semmeln oder auch gemischte Formen. Hier sollte man sich am besten eingehend beraten lassen, um die für sich passende Variante des Fastens auszuwählen.
Allen Fastenvarianten sind jedoch bestimmte Merkmale gemeinsam. Begonnen wird das Heilfasten mit einem so genannten Einstimmungstag. An diesem wird die Nahrung bereits auf sehr leichte und reduzierte Kost umgestellt. Auch ein abendliches Reinigen des Darms mittels Glaubersalz wird zumeist empfohlen. Mit dem Beginn des eigentlichen Fastens sind dann je nach Form nur Wasser, Tee, Obst- und Gemüsesäfte oder auch altbackene Brötchen und Milch erlaubt. Täglich sollten mindestens zwei bis drei Liter Wasser oder weitere ungezuckerte Getränke zu sich genommen werden, damit der Organismus sich von angesammelten Umweltgiften reinigen kann. Das Durchspülen der Nieren ist hierbei ebenso wichtig als auch die Entlastung der Leber und des Darms. Schlacken im Gewebe können durch das Heilfasten regelrecht ausgeschwemmt werden und der Körper sich von einer möglichen Übersäuerung befreien.
Kombiniert wird das Heilfasten mit langen Spaziergängen, Meditationen und verschiedenen Entspannungsübungen wie etwa Yoga oder Autogenes Training. Der Sinn des Heilfastens selbst findet sich nicht in der Entsagung, wie es einst aus religiösen Gründen der Fall war, sondern vielmehr darin den Organismus von den alltäglichen Gegebenheiten zu entlasten. Neben dieser inneren Reinigung wird auch Stress abgebaut und die Seele kann sich neu sammeln. Beendet wird die Fastenzeit dann mit dem Fastenbrechen. Dieser Tag schließt das Heilfasten ab und stimmt den Körper langsam wieder auf feste Nahrung ein. Für viele Menschen ist es eine wahre Explosion der Geschmacksnerven, wenn sie nach sieben oder mehr Tagen in einen frischen Apfel beißen. Sich nach der Fastenzeit mit Ess- und Genusssünden etwas zurückzuhalten, kann die Zeit des Heilfastens sinnvoll weiter unterstützen.
Dennoch sollte man sich vorher eingehend mit dem Thema Heilfasten beschäftigen. Entweder durch eine gute Beratung eines Spezialisten oder selbst mit ausreichend Literatur. Besonders möchte ich daher auf den Artikel in der Wikipedia hinweisen. Unter dem Punkt Kritik nimmt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Stellung zu dem Thema Heilfasten. Gerade bei Alternativmedizinen empfehle ich immer, sich auch vorher mit der Kritik zu beschäftigen.

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