Logopädie-Ausbildung

Reden und richtig reden können ist gänzlich normal. Denkt man. Dem ist aber nicht immer so, denn neben Sprachstörungen, die ab Geburt vorhanden sind, gibt es zahlreiche Gründe weshalb ein Mensch nicht störungsfrei kommunizieren kann. Logopäden sind dann sehr häufig nach dem Kinder- oder Hausarzt der zweite Anspreche und oftmals auch wahre Helfer in der Not, wenn das Lispeln, Stottern oder eine andere Sprachstörung die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt.

Die Logopäden-Ausbildung stellt zur Ausübung dieses Berufes die Basis dar und dauert in der Regel drei Jahre. Drei Jahre für eine Ausbildung bei der es „nur“ um das richtige Sprechen geht? Viele Menschen denken so, doch wer sich einmal näher mit dem Berufsbild des Logopäden (der einfachhalber wird hier die männliche Schreibform verwendet) beschäftigt, wird sehr schnell feststellen, dass sich hinter der Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfter oder staatlich anerkannter Logopäde“ viel mehr verbirgt als man es im ersten Moment vermuten würde. Wie erwähnt dauert die Logopäden Ausbildung drei Jahre. In diesem Zeitraum erlernt der Auszubildende die Anatomie und Physiologie des Menschen, die Phonetik, Linguistik und Phoniatrie, die Stimmbildung und Spracherziehung sowie die Logopädie an sich. Daneben sind weitere Lehrfächer die Pädiatrie, Neuropädiatrie, die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Aphasologie (Lehre des Verlustes der Sprache), Pathologie, Pädaudiologie (Hörstörungen im Kindesalter) und die Audiologie.

Hört sich nach sehr viel Lernstoff an und das ist es auch. Ergänzung findet der Lehrplan mit Psychologie, Pädagogik und Sonderpädagogik sowie Staatsbürger-, Gesetzes- und Berufskunde. An dieser Stelle jedoch noch die zahlreichen weiteren Inhalte der Logopädie-Ausbildung aufzuzählen würde vermutlich in einem Kurzroman enden, weshalb hier nun ein Punkt gesetzt wird und noch kurz etwas über die Tätigkeitsfelder des Logopäden berichtet werden soll. Sehr viele Logopäden und Logopädinnen machen sich nach ihrer Abschlussprüfung selbstständig, wobei die Kosten der Praxiseinrichtung, Werbung und ähnliches nicht zu verachten sind. Als Angestellte oder freie Mitarbeiter findet man wiederum Einsatzgebiete in Kliniken, Facharztpraxen, Behinderteneinrichtungen, logopädischen Praxen oder auch Spezialkliniken.

Wer den Beruf des Logopäden erlernen möchte, sollte neben einem hohen Einfühlungsvermögen und ein geduldiges Wesen mindestens einen guten Hauptschulabschluss mit einer folgenden zweijährigen Berufsausbildung, einen Realschulabschluss oder das Abitur vorweisen können. Wichtig zu wissen: Wer keine finanzielle Unterstützung durch eines der Ämter erhält, trägt die Kosten der Ausbildung, die zumeist in einem Institut durchgeführt wird, selbst, was viele Interessierte von der Logopädie Ausbildung abhält, da mehrere hundert Euro im Monat nicht selten sind. Sich gewissenhaft vor einem Ausbildungsbeginn über das Berufsbild des Logopäden sowie die möglichen finanziellen Hilfen zu informieren, ist mehr als zu empfehlen, denn oft zerplatzt der Traumberuf an den Schranken der Realität.